Was ist Gonorrhoe, wie stehen die Heilungschancen und wie wird die Geschlechtskrankheit übertragen?

Gonorrhoe

Gonorrhoe

Gonorrhoe, auch Gonorrhö oder Tripper genannt, ist eine der weltweit am häufigsten auftretenden sexuell übertragbaren Krankheiten. Die Krankheit wird durch Bakterien, die Gonokokken Neisseria gonorrhoeae, verursacht, die in der Lage sind, den Harnröhrentrakt bei Männern und den Urogenitaltrakt bei Frauen zu infizieren. 

Als „Tripper“ ist die Krankheit bereits seit der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts bekannt. Im Jahr 1879 wurde das Bakterium zum ersten Mal mikroskopisch nachgewiesen. Um zu wachsen und sich zu vermehren, benötigt dieses Bakterium eine warme und feuchte Umgebung, und die weiblichen Geschlechtsorgane und die Harnröhre (sowohl bei Frauen als auch bei Männern) sind deshalb ideale Orte für den Erreger. Die Infektion kann sich jedoch auch an anderen Stellen entwickeln: Mund, Rachen, Augen und Rektum. Gonokokken können vom Immunsystem weitgehend erfolgreich bekämpft werden. Nur ein kleiner Teil der Bakterien überlebt in den Zellen und löst Gewebeschädigungen und eitrige Entzündungen aus.

Gonorrhoe zählt zu den klassischen, nur beim Menschen auftretenden Geschlechtskrankheiten. Bis zum Jahr 2000 war die Krankheit in Deutschland meldepflichtig. In Österreich ist Tripper beschränkt meldepflichtig, in der Schweiz unterliegt die Krankheit noch heute der Meldepflicht.

Die Prävalenz von Tripper in Deutschland

Es wird damit gerechnet, dass in Deutschland zwischen 11 und 25 Menschen pro 100.000 Einwohnern mit der Krankheit infiziert sind. Das entspricht zwischen 10.000 und 20.000 Fällen im Jahr. Weltweit infizieren sich jedes Jahr etwa 60 Millionen Menschen mit der Krankheit. Das entspricht ungefähr 1 % der Weltbevölkerung. Aus diesem Grund stellt Tripper auf globaler Ebene ein großes gesundheitliches Problem dar.

Die Übertragung der Krankheit

Die Übertragung von Gonorrhoe erfolgt durch ungeschützten Geschlechtsverkehr mit infizierten Personen. Die Krankheit kann zum Zeitpunkt der Entbindung auch von einer infizierten Mutter auf den Fötus übertragen werden, was beim ungeborenen Kind zu einer Bindehautentzündung führt: Eine schwerwiegende Erkrankung, die zur Erblindung führen kann. In diesen Fällen werden Neugeborene unmittelbar nach der Geburt prophylaktisch mit antibiotischen Augentropfen und Salben behandelt. 

Es ist auch möglich, die Krankheit von den Genitalien auf andere Körperteile zu übertragen, typischerweise durch unreine Hände. Das Bakterium lebt in warmen und feuchten Umgebungen. 

Wenn die Frau infiziert ist, hat der Mann eine Wahrscheinlichkeit von etwa 20 %, sich anzustecken und an der Krankheit zu erkranken. Wenn der Mann infiziert ist, steigt die Infektionswahrscheinlichkeit für die Frau auf 50 %. Darüber hinaus verleiht die Ansteckung mit der Krankheit keine Immunität gegen neue Ansteckungen mit infizierten Personen.

Sehr selten ist die Übertragung der Krankheit über Gegenstände, wie feuchte Handtücher, und als praktisch unmöglich wird die Ansteckung über Toilettensitze angesehen.

Symptome bei einer Infektion mit Tripper

Gonorrhoe, insbesondere bei Frauen, ist oft asymptomatisch. Wenn Symptome vorliegen, sind diese normalerweise mild und schwer von anderen Infektionen der Vagina oder der Blase zu unterscheiden. Obwohl die Beschwerden häufig in leichter Form auftreten, können die Komplikationen auch sehr schwerwiegend sein und zu Unfruchtbarkeit führen. 

Wenn vorhanden, umfassen die Symptome bei Frauen: 

  • Brennen beim Urinieren 
  • Stärkere Vaginalsekrete
  • Zwischenblutungen

Bei Männern können die Symptome über einen recht variablen Zeitraum auftreten – zwei bis dreißig Tage nach der Infektion. Sie umfassen hauptsächlich: 

  • Brennen beim Urinieren
  • Ausfluss aus der Harnröhre, der eine weiße, gelbliche oder grünliche Farbe aufweist
  • Es können auch Schmerzen oder Schwellungen in den Hoden vorkommen

Rektale Infektionen sind im Allgemeinen asymptomatisch. Wenn Symptome auftreten, machen sich diese sowohl bei Männern als auch bei Frauen auf verschiedene Arten bemerkbar: 

  • Ausfluss aus dem Rektum
  • Analer Juckreiz 
  • Blutungen
  • Schmerzhafter Stuhlgang
  • Diagnose, Behandlung und Heilung

Gonokokken werden durch Urintest oder Abstrich festgestellt. Die Diagnose ist bei Männern im Allgemeinen einfacher als bei Frauen. Da Gonorrhoe häufig asymptomatisch ist, sind Labortests erforderlich, um die Diagnose zu stellen. Die zu analysierenden Proben werden mit Tupfern aus den am häufigsten infizierten Körperteilen (Gebärmutterhals, Harnröhre, Rektum, Rachen) entnommen. Das Bakterium kann direkt unter dem Mikroskop untersucht oder im Labor kultiviert werden.

Behandlung

Die Behandlung erfolgt durch die Einnahme von Antibiotika. Seit den 60er Jahren wurden zunehmend Antibiotikaresistenzen der Gonorrhoe festgestellt. Deshalb empfiehlt das Robert Koch-Institut Cephalosporine der Gruppe 3 in hoher Dosis, um die Krankheit zu behandeln. Bei einer komplizierten Gonorrhoe müssen die Antibiotika auch über längere Zeiträume von einer Woche bis zu einem Monat eingenommen werden. Nicht selten tritt Tripper in Zusammenhang mit Chlamydien auf. In diesem Fall ist eine zusätzliche Behandlung mit Tetracycline für diese notwendig. Auch Sexualpartner*innen müssen gleichzeitig behandelt werden, um eine ständige gegenseitige Neuansteckung zu verhindern.

Heilung

Die Symptome bessern sich innerhalb weniger Tage nach Therapiebeginn. Bauchschmerzen verschwinden normalerweise nach etwa zwei Wochen. Da die Behandlung von Gonorrhoe-Komplikationen länger und komplizierter ist als die Behandlung der Krankheit selbst, ist eine frühzeitige Diagnose besonders wünschenswert.

Prävention

Leider gibt es immer noch keine wirksamen Impfstoffe gegen die Ausbreitung von Gonorrhoe. Der erste Akt der Vorbeugung bleibt daher vorerst ein korrekter und verantwortungsbewusster Umgang mit dem Kondom: Auch wenn es keinen absoluten Schutz garantiert, reduziert es das Risiko einer Übertragung von Gonorrhoe erheblich.

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