Was ist Hepatitis, wie stehen die Heilungschancen und was ist der Unterschied zwischen Hepatitis A, B und C?

Hepatitis

Hepatitis

Der Begriff Hepatitis bedeutet Entzündung und Zerstörung von Leberzellen. Es wird zwischen viraler Hepatitis und nicht-viraler Hepatitis unterschieden. Virushepatitis wird durch 5 verschiedene Viren verursacht: 

  • Hepatitis A 
  • Hepatitis B 
  • Hepatitis C 
  • Hepatitis D (Delta) 
  • Hepatitis E 

sowie durch "systemische" Viren wie Mononukleose, Cytomegalievirus oder Herpesvirus, die Entzündungen auslösen können, welche die Leber schädigen. Die Virushepatitis, auf die wir uns am häufigsten beziehen, wird durch die Viren A und E verursacht, die über den fäkal-oralen Weg übertragen werden. Hepatitis B, C und D können durch mit infiziertem Blut kontaminierte Instrumente, beim Geschlechtsverkehr oder zum Zeitpunkt der Geburt bei Neugeborenen von der infizierten Mutter übertragen werden.

Hepatitis A

Das für Hepatitis A (Hav) verantwortliche Virus ist ein Picornavirus, das als Prototyp der neuen Gattung Hepatovirus klassifiziert ist. Die Krankheit hat eine Inkubationszeit von 15 bis 50 Tagen und einen allgemein selbstlimitierenden und gutartigen Verlauf. Asymptomatische Formen sind auch häufig, insbesondere während Epidemien und bei Kindern.

Die Übertragung von Hepatitis A

Hepatitis A wird auch gelegentlich als „Reisehepatitis“ bezeichnet, da sie in warmen Ländern verbreiteter ist als in Deutschland. Die Übertragung erfolgt Oral-Anal. Das Virus ist 7–10 Tage vor Auftreten der Symptome und bis zu einer Woche später im Stuhl vorhanden, während es nur einige Tage im Blut nachweisbar ist. 
Infolgedessen ist die Ansteckung überall da möglich, wo bei der Zubereitung der Speisen mangelnde Hygienebedingungen herrschen. Im Allgemeinen erfolgt die Infektion durch direkten Kontakt von Person zu Person oder durch den Verzehr von Wasser oder von rohen (oder nicht ausreichend gekochten) Lebensmitteln, insbesondere Weichtieren, die in Wasser leben, das durch Abwasserkanäle kontaminiert ist, die das Virus enthalten. Ansteckungsfälle aufgrund von Bluttransfusionen oder Folgeprodukten wurden nur selten beobachtet und geschehen vor allem unter Drogenabhängigen durch den gemeinsamen Gebrauch von Spritzen und Zubehör (Filter, Löffel, Wasser) beim Drogengebrauch. 

Beim Geschlechtsverkehr geschieht die Übertragung beim Oral-Analverkehr und indirekt über den Weg Anus – Finger – Mund.

Symptome bei einer Infektion mit Hepatitis A

Die Infektion mit Hepatitis A ist oft asymptomatisch. Manchmal kann es jedoch zu schwereren Formen mit einem längeren Verlauf und auch zu tödlich verlaufenden fulminante Krankheitsverläufen kommen. Hepatitis A ist in einem Prozentsatz von Fällen, der zwischen 0,1 Prozent und 0,3 Prozent liegt, tödlich. Bei Erwachsenen über 50 Jahren kann das Sterblichkeitsrisiko 1,8 Prozent erreichen. Normalerweise manifestiert sich die Krankheit, die 1-2 Wochen dauert, in Fieber, Unwohlsein, Übelkeit, Bauchschmerzen und Gelbsucht. Die Patienten erholen sich vollständig, die Krankheit wird nicht chronisch.

Diagnose, Behandlung und Heilung von Hepatitis A

Die Diagnose von Hepatitis A erfolgt durch den Nachweis von Erregern im Blut. Medikamente zur Behandlung der Krankheit selbst gibt es nicht. Es werden lediglich die Symptome gelindert. Besonders wichtig ist es, bei einer akuten Infektion mit Hepatitis A die Leber zu schonen. Deshalb sollte auf den Konsum von Alkohol, Drogen und nicht unbedingt notwendigen Medikamenten verzichtet werden.

Prävention für Hepatitis A

Die einzige mögliche Vorbeugung für die Erkrankung mit Hepatitis A ist die Impfung. Diese wird allgemein mit der Impfung für Hepatitis B verabreicht. 
Wer einmal an Hepatitis A erkrankt ist, bleibt das ganze Leben lang immun gegen die Krankheit.

Hepatitis D

Der Infektionserreger der Hepatitis E, das Hev-Virus, wurde vorläufig in die Familie der Caliciviridae eingestuft. Hepatitis E ist eine akute Krankheit, die häufig und selbstlimitierend ist und Hepatitis A sehr ähnlich ist. In seltenen Fällen kann Hepatitis E zu einer fulminanten Form führen, die zum Tod führt. Obwohl selten, werden chronische Fälle bei immungeschwächten Personen beobachtet. Wie bei Hepatitis A erfolgt die Übertragung über den fäkal-oralen Weg, mit Fäkalien kontaminiertes Wasser ist die Hauptinfektionsursache.

Hepatitis B

Das Hepatitis B-Virus (Hbv) ist ein DNA-Virus, das zur Familie der Hepadnaviridae gehört. Derzeit sind 6 Genotypen (A-F) mit unterschiedlicher geografischer Verteilung bekannt. Eine Hbv-Infektion ist in den meisten Fällen asymptomatisch.

In einigen Gebieten Afrikas liegt die Prävalenz der Hepatitis B Infektion bei fünf bis zehn Prozent der Bevölkerung. In Deutschland liegt die Rate der infizierten Menschen bei unter einem Prozent. Damit ist Hepatitis B trotzdem mit 55 Prozent aller Hepatitisfälle in Deutschland die häufigste Form der Hepatitis hierzulande.
Hepatitis B ist in Deutschland eine meldepflichtige Erkrankung.

Die Übertragung von Hepatitis B

Die Übertragung der Krankheit erfolgt durch Transfusionen von Blut oder Blutprodukten, die durch das Virus kontaminiert sind, durch Schnitte/Einstiche mit infizierten Nadeln/Instrumenten, sexuell und perinatal, von Mutter zu Kind. Da das Virus mindestens 7 Tage lang auf Umweltoberflächen resistent ist, kann die Infektion auch indirekt übertragen werden (indirekte Inokulation) und durch kontaminierte Gegenstände (Zahnbürsten, Scheren, Kämme, Rasierer) über minimale Haut- oder Schleimhautverletzungen erfolgen. 

Das Risiko einer Ansteckung durch Transfusionen, obwohl in wirtschaftlich benachteiligten Ländern immer noch vorhanden, wurde in Industrieländern aufgrund der Kontrollen des gespendeten Blutes und nachfolgender Verarbeitungsprozesse, die das Virus zerstören können, praktisch beseitigt.

Symptome bei einer Infektion mit Hepatitis B

Hepatitis B bleibt meistens ohne Symptome. Zeigen sich Beschwerden, beginnen diese mit Bauchschmerzen, Übelkeit, Erbrechen und manchmal mit Gelbsucht, begleitet von Fieber. Allerdings führen nur 30–50 Prozent der akuten Infektionen bei Erwachsenen und 10 Prozent bei Kindern zu Gelbsucht. Die Sterblichkeitsrate beträgt ungefähr 1 Prozent, aber der Prozentsatz steigt bei Menschen über 40 Jahren. Bei Erwachsenen wird die Krankheit in etwa 5–10 Prozent der Fälle chronisch. Je jünger der infizierte Patient oder die infizierte Patientin, desto höher ist das Risiko eines chronischen Verlaufs. Tatsächlich tritt dieser bei Säuglingen, die kurz nach der Geburt infiziert wurden, in etwa 9 von 10 Fällen auf. In 20 Prozent der Fälle kann eine chronische Hepatitis über einen Zeitraum von etwa 5 Jahren zu einer Leberzirrhose führen. Leberkrebs ist eine weitere häufige Komplikation der chronischen Hepatitis, insbesondere bei Patienten mit Zirrhose. Hepatitis B Infektionen sind in Ländern, in denen dir Krankheit stark endemisch ist, für bis zu 90 Prozent der Leberkarzinome verantwortlich. 

Diagnose, Behandlung und Heilung von Hepatitis B

Hepatitis B hat eine lange Inkubationszeit, die zwischen 30 und 180 Tagen liegen kann. Im Durchschnitt vergehen 60 bis 120 Tage nach der Ansteckung, bis die Krankheit ausbricht. Die Diagnose geschieht über einen Bluttest, bei dem sowohl nach Erbgut des Virus als auch nach Antigenen und Antikörpern gesucht werden kann. Je nach Ausgang kann eine akute, chronische oder ausgeheilte Infektion diagnostiziert werden.

Eine akute Erkrankung heilt meist von allein, lediglich die Symptome werden behandelt. Bei chronischen Infektionen können Virushemmer verabreicht werden. Diese senken die Virenzahl und verringern das Risiko von Leberkrebs und Leberzirrhose.

Prävention für Hepatitis B

Die wirksamste Vorbeugung gegen die Ansteckung mit Hepatitis B ist die Impfung. Um das Risiko einer Übertragung über Geschlechtsverkehr zu minimieren, sollten stets Kondome eingesetzt werden. Persönliche Gegenstände wie Zahnbürsten oder Rasierer sollten niemals mit anderen Menschen ausgetauscht werden.

Hepatitis D (Delta)

Der Erreger der Hepatitis Delta ist als HDV bekannt: Er wird unter den sogenannten Satellitenviren klassifiziert, für deren Replikation die Anwesenheit eines anderen Virus erforderlich ist. 

Um Leberzellen zu infizieren, benötigt das Hepatitis-D-Virus insbesondere die Hilfe des Hepatitis-B-Virus, sodass die Infektion bei Menschen auftritt, die ebenfalls von Hepatitis B betroffen sind. Eine Infektion kann auf zwei Arten auftreten: 

  • Gleichzeitige Infektion mit den Viren B und D. In diesem Fall tritt eine Hepatitis auf, die klinisch der Hepatitis B ähnlich ist.
  • D-Virus-Superinfektion bei einem chronischen HBV-Träger. Eine neue, manchmal tödliche akute Hepatitis tritt auf. 

Die Übertragungsart ist dieselbe wie bei Hepatitis B und die Inkubationszeit liegt zwischen 2 und 8 Wochen.

Hepatitis C

Hepatitis C löst eine chronische Leberentzündung aus. Der Infektionserreger ist ein Hepacavirus (Hcv) aus der Familie der Flaviviridae, von dem sechs verschiedene Genotypen identifiziert wurden. Die Auswirkungen dieser genotypischen Variationen auf den Krankheitsverlauf sind noch nicht vollkommen geklärt, aber es gibt mit Sicherheit Unterschiede in der Reaktion der verschiedenen Genotypen auf die Behandlung.

Die Übertragung von Hepatitis C

Die Infektion ist sexuell übertragbar, das Ansteckungsrisiko beträgt hier jedoch lediglich 5 Prozent. Hepatitis C wird in erster Linie über das Blut übertragen. Seit dem Jahr 1990 hat sich das Risiko einer Ansteckung über Transfusionen jedoch minimiert. Die Übertragung findet heute deshalb vor allem unter Drogenabhängigen durch den gemeinsamen Gebrauch von Spritzbesteck und Zubehör statt, sowie durch Tattoos und Piercings, die unter hygienisch unzureichenden Bedingungen durchgeführt werden.Hepatitis C kann bei der Geburt von der Mutter auf das Kind übertragen werden.

Symptome bei einer Infektion mit Hepatitis C

Die Krankheit ist normalerweise in ihren frühen Stadien asymptomatisch und die ersten Symptome sind sehr mild und leicht mit denen anderer Krankheiten zu verwechseln. Deshalb bemerken die meisten infizierten Menschen die Infektion nie. Wenn diese auftreten, sind die häufigsten Symptome der akuten Erkrankung mit Hepatitis C: 

  • Fieber 
  • Übelkeit und verminderter Appetit 
  • Erschöpfung 
  • Empfindlichkeit im Leberbereich 
  • Muskel- und Gelenkschmerzen
  • In seltenen Fällen Gelbsucht

Die akute Form der Hepatitis C dauert vier bis acht Wochen.

Rund 80 Prozent der infizierten Menschen erleben einen chronischen Verlauf der Krankheit. Diese kann in den 20 bis 30 auf die Ansteckung folgenden Jahren zu Leberzirrhose und zu Leberkrebs führen.

Diagnose, Behandlung und Heilung von Hepatitis C

Ein Test zur Feststellung von Hepatitis C ist bei Menschen sinnvoll, die einer Risikogruppe angehören oder mit dieser in engem/sexuellem Kontakt sind. So kann die Ansteckung frühzeitig erkannt werden, bevor Langzeitschäden entstehen.

Die Wissenschaft hat in den letzten Jahren große Fortschritte in der Behandlung und Heilung von Hepatitis C gemacht. Die Behandlung von Hepatitis C ist nicht immer notwendig. Bei Patienten mit sehr geringen Leberschäden, bei denen die Krankheit im Wesentlichen asymptomatisch ist, ist eine regelmäßige Überwachung der Leberwerte ausreichend. Die meisten Patienten, die eine Behandlung benötigen, nehmen antivirale Medikamente ein, die eine vollständige Eliminierung des Virus ermöglichen. Im Allgemeinen werden komplexe Behandlungen verschrieben, die viele Monate dauern und deren Zusammensetzung und Dauer je nach Genotyp des Virus variieren. Die Heilung ist durch den Einsatz moderner Therapien in 99 Prozent der Fälle möglich.

Prävention für Hepatitis C

Obwohl seit Jahren daran geforscht wird, ist heute noch kein Impfstoff für Hepatitis C bekannt. Zur Vorbeugung der Ansteckung sollten Risikosituationen vermieden werden. Dies gilt besonders für den gemeinsamen Gebrauch von Spritzen und Nadeln. Tätowierungen und Piercings sollten nur in dafür qualifizierten Studios durchgeführt werden. Der Gebrauch eines Kondoms ist ein wirksamer Schutz gegen die mögliche Ansteckung mit Hepatitis C beim Geschlechtsverkehr.

 

Eine eigene Bewertung schreiben