Was ist Papilloma Virus (HPV), wie stehen die Heilungschancen und wie wird die Geschlechtskrankheit übertragen?

Papilloma Virus (HPV)

Papilloma Virus (HPV)

Zu den Viren, die am meisten für ihre Verbindung mit Krebs bekannt sind, gehört das menschliche Papilloma Virus (Human Papilloma Virus – HPV). Wenn sich die Forschung bis vor einigen Jahren noch nur auf die Beziehung zwischen HPV und Gebärmutterhalskrebs konzentrierte, gibt es immer mehr Hinweise darauf, dass das Papilloma Virus auch bei anderen Krebsarten eine Rolle spielt, die nicht nur bei Frauen und nicht nur im Genitalbereich vorkommen. HPV ist kein einzelnes Virus, sondern eine große Familie von Viren, die aus über 120 verschiedenen Typen besteht, von denen einige als Niedrigrisiko-Typen eingestuft werden, da sie im Allgemeinen nicht mit der Entwicklung eines Tumors verbunden sind, und andere als Hochrisiko-Typen, da sie als potenzielle Auslöser von Krebserkrankungen eingestuft werden. 

Die Varianten HPV 6 und HPV 11 sind zwei der bekanntesten Typen mit geringem Risiko, die für die Bildung von Warzen und Genitalläsionen verantwortlich sind, während HPV 16 und HPV 18 die häufigsten Hochrisiko-Typen darstellen, die etwa 70 Prozent aller Gebärmutterhalskrebserkrankungen auslösen. Die Mitglieder der Papillomfamilie sind nicht nur sehr zahlreich, sondern auch sehr weit verbreitet, so dass schätzungsweise 8 von 10 Menschen im Laufe ihres Lebens mit einem dieser Viren in Kontakt kommen. Dies geschieht hauptsächlich durch Geschlechtsverkehr. Die gute Nachricht ist, dass das Immunsystem in den meisten Fällen den "Feind" erkennt und die Infektion innerhalb weniger Jahre beseitigen kann, ohne dass gesundheitliche Folgen oder Symptome auftreten. Auch die Infektionen mit HPV-Serotypen, die einer Gruppe mit hohem Risiko angehören, müssen nicht zwingend zu Krebserkrankungen führen. 

Die Übertragung von HPV

Die Ansteckung erfolgt in 95 Prozent der Fälle über den, auch analen, Geschlechtsverkehr. Beim oralen Geschlechtsverkehr ist das Risiko der Übertragung von HPV geringer, jedoch nicht auszuschließen. Für die Übertragung reicht alleiniger Hautkontakt, es muss nicht zur Penetration kommen. Deshalb ist auch die Benutzung eines Kondoms kein vollkommen wirksamer Schutz gegen die Übertragung des Virus.

In etwa 5 Prozent der Fälle wird das Virus über Gegenstände wie Handtücher, Unterwäsche oder über die Finger übertragen. Diese Art der Ansteckung ist vor allem in Kasernen, Internaten, Haftanstalten, Schwimmbädern, Fitnessstudios, öffentlichen Bädern und am Strand häufiger.
HPV kann auch bei der Geburt von der Mutter auf das Kind übertragen werden.

Symptome der Infektion mit Papilloma Virus

Die durch eine HPV-Infektion verursachten Symptome hängen ausschließlich vom Serotyp des infizierenden Virus ab. Bei Serotypen mit geringem Risiko (Niedrigrisiko-Typen) zeigt sich die Infektion nach den frühen Stadien, die fast immer asymptomatisch sind, typischerweise mit dem Auftreten von Warzen im Genitalbereich, am Gebärmutterhals, der Vulva, der Vagina, am Anus oder an der Nase, im Mund oder im Rachen. Gelegentlich können sich diese Läsionen als wenige Zentimeter große Wucherungen zeigen, die dem Kamm eines Hahns ähneln. Diese sind oft harmlos. In einigen Fällen können die Warzen leichten Juckreiz, Unbehagen und Schmerzen verursachen. Das Vorhandensein von Warzen ist häufig und ist nicht mit einem höheren Risiko für das Auftreten von Tumoren verbunden. 

Die Serotypen mit hohem Risiko (Hochrisiko-Typen) bleiben asymptomatisch und sind mit bloßem Auge nicht identifizierbar, sondern nur durch spezifische Tests erkennbar.

Die Symptome von Gebärmutterhalskrebs können völlig fehlen oder so leicht sein, dass sie völlig unbemerkt bleiben. Mit fortschreitendem Gebärmutterhalskrebs nehmen die Behandlungschancen ab, gleichzeitig können typische Symptome der Krankheit auftreten: Blutungen nach dem Geschlechtsverkehr und leichte Schmerzen beim Geschlechtsverkehr, wässriger oder blutiger Vaginalausfluss, manchmal mit unangenehmem Geruch, Schmerzen im Beckenbereich, Zwischenblutungen oder Blutungen nach den Wechseljahren. 

Andere Krebsarten, die durch eine HPV-Infektion begünstigt werden, können sich auch ohne Anzeichen oder Symptome entwickeln. Beschwerden treten typischerweise nur dann auf, wenn sie ein fortgeschrittenes Stadium erreichen, das schwer zu behandeln ist.

Diagnose, Behandlung und Heilung

Die Infektion mit HPV bleibt oft ohne Symptome. Treten äußere Anzeichen auf, können diese vom Facharzt erkannt werden. Für die Durchführung eines HPV-Tests werden ein Zellabstrich, eine Biopsie oder eine Kolposkopie vorgenommen.

Behandlung

Es werden lediglich die Symptome des Papillomavirus behandelt. Die für die Erkrankung typischen Warzen können vereist oder auf verschiedene Arten operativ entfernt werden, wenn der behandelnde Arzt dies für notwendig befindet. Es stehen auch Medikamente für die Behandlung der Warzen zur Verfügung.
Frauen sollten regelmäßige Untersuchungen und PAP-Tests vornehmen lassen, um bei Auftreten einer Krebserkrankung des Gebärmutterhalses vorzeitig diagnostiziert zu werden.

Ein schwerer verlauf der Infektion mit HPV ist selten. 90 Prozent der infizierten Menschen haben nach zwei Jahren die Infektion vollkommen auskuriert.
Prävention

HPV sind weit verbreitete Viren und die Ansteckung kann bereits bei Hautkontakt oder durch Schmierinfektion erfolgen. Deshalb ist ein effektiver Schutz vor der Ansteckung schwierig. Die Nutzung eines Kondoms beim Geschlechtsverkehr verringert die Wahrscheinlichkeit einer Übertragung.

Impfung

Das Robert Koch-Institut empfiehlt die Impfung für alle Kinder im Alter zwischen 9 und 14 Jahren und in jedem Fall möglichst vor dem ersten Geschlechtsverkehr. Die Impfung kann auch bis zum 18. Lebensjahr nachgeholt werden.

Da die Impfung noch verhältnismäßig neu ist, gibt es keine Langzeitstudien, die sagen können, ob der Impfschutz das gesamte Leben lang anhält. Aktuell wurde der Impfschutz auch noch nach 12 Jahren nachgewiesen.

 

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